"Das Ende der Fahnenstange haben wir noch nicht erreicht"

Das Projekt Simme/Saane läuft prächtig. Das 4. Liga-Team von Trainer Patric Bill ist auf Kurs. Vor einigen Wochen begann die Rückrunde der Meisterschaftssaison 2021/22. Der richtige Zeitpunkt, um dem Trainer einige Fragen zu stellen.

EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH

Was geschah in der Winterpause? Aufgrund der Coronamassnahmen war die Winterpause speziell. Wir versuchten, möglichst schlau im Freien zu spielen. Das war bis November möglich, dann wurde es zu kalt. Trainings in der Halle waren wegen der 2G-plus-Regel weit komplizierter. Zum Glück hatten wir viele geimpfte und genese Spieler.


Von Ende Februar bis Mitte März war eine Phase mit einem Training in der Halle und einem Training auf Kunstrasen in Erlenbach. Mit zwei Testspielen und einem Trainingslager in Näfels kamen wir in einen guten Spielrhythmus.

Kurz nach dem Trainingslager spielten wir unser erstes Spiel der Rückrunde gegen den Ersten der Gruppe, den FC Dürrenast. Trotz eines guten Spiels gingen wir als Verlierer vom Platz.


Was änderte sich im Kader? Eigentlich wenig und Spielertransfers gibt es auf unserem Niveau sowieso nicht. Wir wollten in der Winterpause auch nichts verändern. Es war nie die Absicht, in den 5.-Liga-Teams in Saanen und in Zweisimmen Unruhe zu verursachen.

Allerdings werden uns einige Spieler verletzungsbedingt fehlen. Zudem hatten wir einen gewichtigen Abgang. Unseren wahrscheinlich besten Spieler mussten wir nach Köniz, in ein 2. Liga-Team, ziehen lassen.


Das Kader umfasst derzeit 21 Spieler, von denen 19 verfügbar sind. Neu zum Team stiess ein Spieler aus der Ukraine. Der junge Erwachsene aus dem geschundenen Land passt in jeder Beziehung in unsere Mannschaft. Wir hoffen, ihn schon bald lizenzieren zu können.

Welches sind die Ziele und Ausbildungsschwerpunkte für die 2. Hälfte der Meisterschaft 2021/22?


Im technischen Bereich fixierte ich zwei Schwerpunkte. Der eine liegt im Bereich des Angriffsabschlusses, denn wir schiessen zu wenig Tore, obwohl wir viele Chancen haben. Im Training geht es darum, Angriffe aus einer Entfernung von 14 bis 16 Metern mit Innenristschüssen abzuschliessen.

Der Inhalt des zweiten Schwerpunktes ist auf die Erhöhung des Spieltempos mit zwei


Ballkontakten ausgerichtet. Die taktische Spielidee ist, das Spiel in den eigenen Händen (Füssen) zu halten. Wir wollen verhindern, dass der Gegner das Spiel macht. Das entspricht einer offensiven Spielgestaltung. Auch wollen wir in unser Spiel mehr Variationen einfliessen lassen. Wenn wir in die nächst höhere Liga aufsteigen wollen, müssen wir angreifen und verteidigen können. Wir haben technisch gute Spieler, die in der Lage sind, dieses taktische Konzepte auch umsetzten zu können. Die Spieler sind motiviert, sie wollen gewinnen! Und weil die Chemie im Team stimmt, bedarf der mentale Bereich keiner Korrekturen.


Stimmungsbild des Trainers Mit dem Projekt bin ich zu 100% zufrieden. Auch als Coach meines Teams ist dem so. Freilich, als Trainer sieht man immer Luft nach oben. Mit dem Team Simme/Saanen spielen wir im ersten Jahr und belegen in der 12 Teams umfassenden 4.-Liga-Gruppe den zweiten Platz.

Ich bin zuversichtlich, denn das Ende der Fahnenstange haben wir noch nicht erreicht.


Pascal Buchs ist Captain des Fussballteams Simme/Saane. Vor einem Training in Zweisimmen beantwortete er die folgenden Fragen:

Wie kamst du zur Captainrolle? Ich spiele seit gut 20 Jahren Fussball in der 1. Mannschaft. Meine kommunikative Art auf dem Spielfeld und die Spielerfahrung, ich bin der Älteste im Team, waren wohl ausschlaggebend für den Trainer, mir das Captainamt zu übertragen.


Wie kommst du mit deinen jüngeren Kollegen klar? Kein Problem, alle Jungs sind «flotti Giele». Die Captainrolle macht mir Spass. Wenn dem nicht so wäre, würde ich den Weg von meinem Arbeitsort Basel und Wohnort Bern wohl kaum auf mich nehmen.


Captain – der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld! Das ist so, heisst aber nicht, dass ich meinen Mitspielern permanent Anweisungen gebe. Der Trainer spricht die Spieler während des Spiels direkt an. Als Innenverteidiger kann ich zwar das Defensivverhalten, weit weniger gut allerdings die Angriffshandlungen verbal unterstützen.

Was braucht es, um den derzeitigen zweiten Tabellenplatz halten zu können? Das ist primär eine Angelegenheit, die sich im Kopf abspielt. Ruhig Blut bewahren ist die Devise. Wir müssen an der vom Trainer vorgegebenen Marschroute festhalten, nichts ändern, konsequent und zielstrebig weiterspielen.


«Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht», sagte der Trainer. Ich orte sehr grosses Potenzial im Team. In den nächsten zwei Jahren ist ein Aufstieg in die höhere Liga durchaus möglich. Weil wir vor Abgängen, aus beruflichen oder schulischen Gründen nicht gefeit sind, ist es schwierig zu beurteilen, wie lange das Kader zusammenbleiben wird.


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